Unkraut am Wegesrand

09.06.2021

Die Natur bietet uns so viel! Während wir Menschen uns mit Covid, mit Einwanderung (womöglich schon mit eigener Auswanderung???) und Existenznöten beschäftigen, gedeiht das natürliche Leben - ganz nebenbei, und ganz "natürlich" neben uns - wie immer.

Vor ein paar Tagen bin ich einmal wieder ganz bewusst hinausgegangen aus meinen vier Wänden. Ja, für diese Jahreszeit (Juni 2021) ist es eigentlich zu kühl - und es regnet ungewohnt viel. Die Natur "trinkt" gerade - und es sprießt an allen Ecken und Enden.

Die Gärtner verfluchen es, dieses Kraut, das sich ganz zielstrebig vermehrt: der Giersch! Vielfach findet man ihn am Wegesrand. Während wir durch die "Discounter" ziehen und einkaufen oder auch in der Apotheke vorbeischauen und Nahrungsergänzungmittel ordern, könnten wir uns doch wirklich einmal (wieder) mit natürlich gewachsenen Wildkräutern beschäftigen!

Der Giersch z.B. ist reich an Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink und Kupfer und beinhaltet ein Mehrfaches an Vitamin A, C und Eiweiß als der Kopfsalat (Quelle: Buch: Essbare Wildpflanzen, Autoren: Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger).

Am Wegrand wachsen derzeit auch z.B. die Knoblauchsrauke, Brennessel, Löwenzahn, Sauerampfer, Storchenschnabel, Wegerich, Beinwell, Vogelmiere. Auch das Johanniskraut steht bereits in den Startlöchern - und wie sie alle heißen. Jedes Kraut hat bei Verzehr, als Teezubereitung oder bei der Zubereitung als Salbe- eine Wirkung auf uns.

Die einen wirken antiseptisch, die anderen stärken das Immunsystem, wieder andere helfen uns bei Depressionen oder bei Muskelschmerzen usw.

Warum, warum nur, haben wir dieses Wissen über die Wildkräuter (fast) vergessen?

Ich denke, es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder der Natur zuwenden. Die Pharmaindustrie mag ihre Dollars machen - aber vielleicht kann man das eine oder andere Wehwechen auch selbst und mit Hilfe der Natur heilen.

Es liegt an uns, was wir konsumieren - und einfach nur annehmen und schlucken - oder, ob wir uns informieren und die Kräfte der Natur nutzen.